Monatsbericht Juni 2026

Sehr geehrte Anlegerinnen, sehr geehrte Anleger,

das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran prägte den Monat und ließ wieder mehr Öl aus dem Persischen Golf an die Märkte gelangen. WTI und Brent fielen deutlich (ca. -20 %). Die Notenbanken kämpften derweil weiter gegen die kriegsbedingte Inflation: Die EZB hob die Zinsen erstmals seit 2023 um 25 Basispunkte an (Einlagensatz 2,25 %), die Fed hielt still, signalisierte aber mögliche Erhöhungen. Ihr neuer Vorsitzender Kevin Warsh hat die Inflationsbekämpfung zum vorrangigen Ziel erklärt und zerstreute so Sorgen vor einer politisierten Fed.

An den Märkten überwogen in Europa die Gewinne: EURO STOXX 50 (+4,6 %), CAC 40 (+2,7 %) und FTSE 100 (+0,8 %) stiegen. Der DAX (-0,4 %) litt unter schwachen Rüstungswerten. In den USA rotierte Kapital in die Nebenwerte: Der Russell 2000 (+3,6 %) stieg, während NASDAQ 100 (-0,2 %) und S&P 500 (-1,1 %) nachgaben. In Asien gewann der Nikkei +5,6 %, der Hang Seng (-9,1 %) litt mit seinem hohen Technologiegewicht unter dem globalen KI-Abverkauf.

Ihre RIV

Chart des Monats: Bewertungsabschlag der Nebenwerte

Nebenwerte mit größtem Bewertungsabschlag seit der Dotcom-Blase

Nebenwerte sind gegenüber Standardwerten so günstig bewertet wie seit 25 Jahren nicht mehr. In den USA beträgt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward-KGV) des S&P SmallCap 600 rund 16, beim S&P 500 dagegen gut 20. Der Bewertungsabschlag hat nachvollziehbare Ursachen. Steigende Zinsen belasteten kleinere Unternehmen aufgrund ihrer höheren Verschuldung und schwächeren Finanzierung stärker. Seit 2025 wachsen ihre Gewinne jedoch wieder im Gleichschritt mit den Standardwerten, sodass das heutige Ausmaß des Bewertungsabschlags fundamental nicht mehr gerechtfertigt scheint. Verstärkt wurde dieser zudem durch die extreme Indexkonzentration: Wenige hochbewertete Schwergewichte machen über ein Drittel der Marktkapitalisierung des S&P 500 aus, während 1 % des S&P 500 nahezu 20 % des gesamten US-Nebenwertemarktes entspricht. Zuletzt hat sich diese Konzentration etwas reduziert, seitdem Anleger dort Gewinne mitnehmen: Auf Jahressicht liegen Nebenwerte (+34 %) vor den Standardwerten (+20 %). Weiteres Aufholpotenzial ist vorhanden, jedoch bestehen auch weiterhin Risiken. Insbesondere die Zinsentwicklung bleibt entscheidend: Nach erwarteten Zinssenkungen zu Jahresbeginn rechnet der Markt inzwischen mit Erhöhungen. Da 32 % der Nebenwerte-Schulden variabel verzinst sind (Standardwerte ca. 6 %) und ihr Verschuldungsgrad mehr als doppelt so hoch ist, bleibt eine sorgfältige Einzeltitelauswahl unerlässlich. Genau diese Analysen übernehmen wir für Sie.

Informationen zur Verwahrstelle unserer Fonds

Zum 15. Juni 2026 wurde mit der rechtlichen Verschmelzung der Verwahrstelle unserer Fonds Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG auf die ABN AMRO Bank N.V. die Übernahme des Instituts vollzogen. Der operative Geschäftsbetrieb der Verwahrstellenfunktion wird fortan von der ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch wahrgenommen. Sämtliche Rechte und Pflichten sind mit Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf sie übergegangen, die angebotenen Dienstleistungen bleiben unverändert bestehen. Für Sie als Anleger besteht kein Handlungsbedarf. Die Verwahrung der Fondsvermögen läuft nahtlos unter dem neuen Namen weiter.

Unternehmen im Fokus

Transaktionen

Rationalinvest (RI), Aktieninvest (AI), Zusatzversorgung (ZV)

In allen drei Fonds wurden Portfolioanpassungen vorgenommen.

Samsung (RI, ZV) wurde nach Überschreiten erneut auf die fondsinterne 5 %-Anlagegrenze zurückgeführt. An unserer positiven Einschätzung zur KI-getriebenen Speichernachfrage halten wir fest.

Nach rund +260 % Kursplus seit Jahresanfang nahmen wir bei Silicon Motion (AI), einem Anbieter von Controllern für NAND-Flash-Speicher, erneut einen Teilgewinn mit. Die KI-getriebene Nachfrage der Branche sowie die Einführung eines neuen Produkts erweisen sich als Kurstreiber für das Speicherunternehmen. Die Serienproduktion des neuen Controllers für KI-Rechenzentren (MonTitan) ist angelaufen und wird im zweiten Halbjahr bei fünf großen Cloud-Anbietern eingeführt.

Auch bei Corning (ZV) realisierten wir nach rund +192 % seit Jahresanfang einen Teilgewinn. Das Glasfasergeschäft wuchs im ersten Quartal um +36 % auf 1,85 Mrd. USD, getragen von der KI-Rechenzentrumsnachfrage und einem Meta-Vertrag über bis zu 6 Mrd. USD und einer Zusammenarbeit mit NVIDIA. Nach der Neubewertung preist der Kurs viel KI-Fantasie ein, obwohl Glasfaser nur rund ein Drittel des Umsatzes ausmacht und kapitalintensive Produktionsausweitungen nicht von heute auf morgen erfolgen können.

Die im Rahmen dieser Gewinnrealisierungen freigesetzten Mittel wurden in Titel mit attraktiverem Chance-Risiko-Profil reinvestiert:

Air Liquide (RI, ZV), Weltmarktführer für Industriegase, haben wir aufgestockt. Das Unternehmen setzt auf ein diversifiziertes Modell aus Industrie, Elektronik und Gesundheit, etwa mit ultrareinen Gasen für KI-Chips und einem konjunkturunabhängigen Gesundheitsgeschäft (+4 %). Aufgrund hoher Nachfrage wurden Investitionsprojekte mit 5,5 Mrd. EUR beschlossen, ein Rekord.

Den Medizintechnik-Konzern Medtronic (ZV) stockten wir nach rund -16 % seit Jahresanfang und einer Bewertung nahe dem Zehnjahrestief auf. Im Geschäftsjahr 2026 wuchs der Umsatz um +5,8 % organisch auf 36,4 Mrd. USD, das höchste Wachstum seit zehn Jahren. Der im März vollzogene Börsengang der Diabetes-Sparte (MiniMed) schärft den Fokus auf das margenstärkere Kerngeschäft, die Dividende stieg im 49. Jahr in Folge.

Huhtamäki (ZV), der finnische Marktführer für nachhaltige Lebensmittelverpackungen, haben wir nach rund -12 % seit Jahresanfang nachgekauft. Der defensive Wert überzeugt mit stabiler Geschäftsentwicklung bei einer Bruttomarge nahe 19 % und einer Dividendenrendite von rund 4,2 %.

Den Rückgang von rund -18 % seit Mitte Mai nutzten wir bei NVIDIA (ZV) für einen Zukauf. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um +85 % auf 81,6 Mrd. USD, das Rechenzentrumsgeschäft um +92 %. Mit dem rund 30-fachen erwarteten Jahresgewinns notiert die Aktie deutlich unter ihrem Zehnjahresschnitt und erscheint gemessen am Wachstum günstig bewertet.

FedEx

Rationalinvest (RI)

Der Logistikkonzern FedEx spaltete seine Frachtsparte als eigenständiges Unternehmen ab. Für je zwei FedEx-Aktien erhielten Aktionäre eine FedEx Freight Aktie zugeteilt. Das neue Unternehmen ist der größte nordamerikanische Stückgutspediteur mit zuletzt rund 8,7 Mrd. USD Umsatz. Paket- und Frachtgeschäft unterscheiden sich in Kunden und Kapitalbedarf: Die Trennung schärft den Fokus von FedEx auf das Kerngeschäft der Paketzustellung.